Fachberatung am 10.04.2026
„Nachhaltig glücklich gärtnern“
Am 10. April 2026 nahmen 30 interessierte Gärtnerinnen und Gärtner an der Gartenfachberatung „Nachhaltig glücklich gärtnern“ im Verbandshaus des Stadtverbandes Dortmunder Gartenvereine e. V. teil. Die Veranstaltung wurde von Ann-Kathrin Will, Landschaftsökologin, Naturschutzverwaltung, Hobbygärtnerin sowie Garten- und Balkonberaterin durchgeführt. In ihrem Vortrag „Anbau, Ernte und Verarbeitung von Gemüse“ vermittelte sie praxisnahes Wissen rund um nachhaltiges, ressourcenschonendes und freudvolles Gärtnern.
Zu Beginn betonte Kati die Vorteile des eigenen Gemüseanbaus: Selbst angebautes Gemüse sei nicht nur besonders frisch und aromatisch, sondern auch vielfältig, gesund, kostensparend und ein Beitrag zur Selbstversorgung. Viele Gemüsearten ließen sich über Monate oder sogar ganzjährig nutzen – durch eine Mischung aus Frischernte, Lagergemüse und haltbar gemachten Vorräten. Zudem ermögliche der Eigenanbau eine Sortenvielfalt, die im Handel kaum zu finden sei.
„Wer Gemüse selbst anbaut, braucht es nicht kaufen.“
Ein zentraler Teil des Vortrags widmete sich der Planung des Gemüsegartens. Es wurde erläuterte, wie wichtig es sei, die vorhandenen Ressourcen – Platz, Boden, Licht, Zeit und Zubehör – realistisch einzuschätzen und mit den eigenen Wünschen abzugleichen. Begriffe wie Anbauplanung, Mischkultur und Kulturfolge wurden verständlich erklärt. Mischkulturen können Pflanzen gegenseitig stärken, Schädlinge fernhalten oder Bestäuber anlocken, während Kulturfolgen langfristig die Bodengesundheit sichern.
„Ziele: optimale Ausnutzung der Fläche, optimales Wachstum, gesunder Boden.“
Im praktischen Teil wurde Schritt für Schritt gezeigt, wie man vom Saatgut bis zur Ernte vorgeht. Kati stellte die Vor- und Nachteile von Jungpflanzen und Saatgut gegenüber und gab Tipps zur Aussaat, etwa zur Keimtemperatur, Lichtversorgung und Nutzung von Anzuchterde. Auch die Beetvorbereitung, das richtige Einpflanzen, Mulchen, Bewässern und Ausgeizen wurden anschaulich erläutert.
„Die Pflanzen gut beobachten: Haben sie Verfärbungen, Schädlinge, Flecken?“
Ein weiterer Schwerpunkt lag auf der Ernte und Lagerung. Kati erklärte, welche Gemüsearten besonders frisch geerntet werden sollten und welche sich gut lagern lassen – etwa Kürbisse, Kartoffeln, Zwiebeln oder Wurzelgemüse. Zudem stellte sie verschiedene Methoden des Haltbarmachens vor: Einfrieren, Einkochen, Einlegen, Fermentieren und Trocknen.
Für Einsteiger empfahl sie besonders anfängerfreundliche Gemüsearten wie Tomaten, Salat, Zwiebeln, Zucchini, Kohlrabi oder Mangold. Ein Beispiel-Anbauplan zeigte, wie sich Beete über das Jahr hinweg sinnvoll mit Vor-, Haupt- und Nachkulturen nutzen lassen. Auch die Bedeutung von Gründüngung und Bodenruhe wurde hervorgehoben.
Zum Abschluss ermutigte Kati die Teilnehmenden, mit Freude zu gärtnern, Neues auszuprobieren und Erfahrungen auszutauschen.
„Mit der Natur arbeiten statt gegen sie! Vieles regelt sich von selbst.“
Die Veranstaltung bot einen umfassenden, motivierenden Einblick in nachhaltiges Gemüse¬gärtnern und gab den Teilnehmenden zahlreiche praktische Anregungen für die kommende Gartensaison.
Text: Ann-Kathrin Will, Kerstin Michel
Fotos: Kerstin Michel