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Fachberatung im Januar 2020

"Kräuterhexen" hatten es im Mittelalter nicht leicht und wurden verfolgt, teilweise sogar auf dem Scheiterhaufen verbrannt, obwohl ihr Rat schon damals sehr geschätzt wurde. Heutzutage ist die "Kräuterhexe" eher ein Ehrentitel. Das Wissen über Kräuter und ihre Verwendung ist ein kostenbares Gut.

Bereits der Vater der Heilkunde, der griechische Arzt und Begründer der Medizinwissenschaft Hippokrates von Kos (ca. 460 bis 370 vor Chr.) sowie die Äbtissin Hildegard von Bingen benutzten Heilpflanzen wie Koriander, Kümmel, Kamille, Knoblauch, Zwiebel, Fenchel, Myrrhe und Mohn. Die meisten Kräuter sind nicht giftig und richtig dosiert gut verträglich. Entscheidend ist - wie bei allem - die richtige Dosierung. So wird die sehr stark giftige Heilpflanze Fingerhut von erfahrenen Ärzten bei Herzschwäche und Herzrasen angewendet.

Löwenzahn, Vogelmiere, Giersch, Brennnesseln, Labkraut, Spitzwegerich, Klee, Blutampfer und Gänseblümchen sind bei Gärtnern unbeliebt. Die Pflanzen landen, weil sie als Unkraut gelten, auf dem Kompost oder in der Mülltonne. Das ist bedauerlich, weil die Kräuter in der Küche echte Kracher für den Gaumen und die Gesundheit sind.

Claudia Backenecker ist Kräuterfachfrau mit großer Leidenschaft für wilde Pflanzen im Kochtopf. Zwei Bücher zu diesem Thema hat sie bereits veröffentlicht: "Wildkräuter in der Küche" und "Vegetarische Dipps und Brotaufstriche", darin werden schmackhafte Ideen aus der Natur vorgestellt.

Im Vortrag erfuhren wir über die guten Inhaltstoffe von Löwenzahn, Giersch, Brennnessel, Ampfer, Hundspetersilie, Engelwurz, Wegerich, Kamille, Schafgarbe und anderen Pflanzen und viel über die alten Geschichten und Legenden der Kräuter.

Zum Vortrag hatte Frau Backenecker viele Leckereien aus diesen Kräutern zum Probieren mitgebracht, die auch gerne verkostet wurden.

Es war ein spannender Abend und so mancher Teilnehmer wird sich doch vielleicht trauen, Brennnesseln und Gänseblümchen in den Salat zu streuen, oder aus dem ungeliebten Giersch ein leckeres Gemüsegericht, Pesto, Smoothies oder eine Bowle herzustellen. Möglichkeiten gibt es zahlreiche.

Wir danken Frau Backenecker noch einmal herzlich für diesen schönen, informativen und kurzweiligen Kräuterabend.