2017

 


Fachberatung Stadtverband: Artenvielfalt im Garten, Filmvortrag von Klaus-Dieter Lemm (Dezember 2017)

Über 50 interessierte Gartenfreunde durften am 8. Dezember 2017 in die bunte Insektenwelt des Naturfilmers Klaus-Dieter Lemm eintauchen, der seine Filme live mit seiner Ehefrau Brigitte moderierte. Sämtliche Aufnahmen sind in langjähriger Arbeit ausschließlich im Dortmunder NABU-Garten (Garten 85) der Gartenanlage Dortmund-Nord, Eberstr. 46, entstanden.  

Folgende Themen standen im Mittelpunkt des Abends:

  • Effiziente Bestäuber - Hummeln im Garten
  • Leben am Wasser
  • Meisterinnen der Täuschung: Die Schwebfliegen
  • Majas Schwestern - Wildbienen im Garten
  • Aktuell: Dramatisches Insektensterben in der Natur
  • Was sonst noch so kreucht und fleucht - Käfer & Co.
  • Wunderwelt der Schmetterlinge

Bei der gut besuchten Veranstaltung war eine multimediale Präsentation mit vielen sensationellen Videoclips, unterhaltsamen Kommentaren und natürlich auch zahlreichen interessanten Informationen zu sehen. 

Wir konnten eine unglaubliche tierische Artenvielfalt eines 380 m² großen Kleingartens in der Dortmunder Innenstadt sehen. Viele Tiere halten sich dort auf, weil sie dort die entsprechenden Voraussetzungen vorfinden. 

Referenten: Klaus-Dieter Lemm und Brigitte Bornmann-Lemm 
Internet:
http://www.bk-natura.de

 


Fachberatung Stadtverband: Wildbienen (November 2017)

Bei der Fachberatung am 3. November 2017 informierte der Fachberater der Fa. Neudorff und Referent für ökologisches Gärtnern Klaus-Dieter Kerpa über die große Bedeutung, die der Wildbienen bei der Bestäubungsleistung unserer Obstgehölze und Wildpflanzen zukommt. Daher muss ihr Lebensraum besonders geschützt werden. 

Neben den staatenbildenden Honigbienen gibt es über 650 Wildbienenarten in Deutschland. Dass diese Tiere nicht wild und gefährlich oder gar stechwütig, sondern überaus friedlich und zudem nützlich sind, vermittelte dieser Vortrag. 

Wildbienen gehören wie die Honigbienen zum Stamm der Gliederfüßer, zur Klasse der Insekten und zur Ordnung der Hautflügler. Insekten ist gemein, dass sie alle 6 Beine haben. Alle Hautflügler besitzen 2 Flügelpaare. Zu ihnen zählen u. a. auch viele Wespenarten, Hornissen und Ameisen. Innerhalb der Hautflügler bilden die Bienen eine eigene "Überfamilie". 

Im Gegensatz zur Honigbiene leben die meisten Wildbienen nicht in Staaten mit bis zu 60.000 Tieren, sondern alleine oder in kleinen Gemeinschaften. Hummeln sind wohl die bekanntesten Wildbienen. Sie bilden zwar auch kleine Staaten, leben jedoch nur im Sommer zusammen, da nur die Jungköniginnen den Winter überleben. Alle anderen Wildbienenarten (so genannte Einsiedlerbienen oder Solitärbienen) sind einzeln lebende Bienen. Sehr häufig kommt auch noch die Rote Mauerbiene in unseren Gärten vor, die annähernd so groß ist wie die Honigbiene (ca. 1 cm). Bei der Suche nach einem geeigneten Ort für den Nachwuchs ist das Weibchen nach geeigneten Nistplätzen wie hohle Pflanzenstängel, morsches Holz u. ä. angewiesen. In einer geeigneten Röhre legt es in einer Linie eine abgeschlossene Brutzelle hinter der anderen an und hinterlässt in jeder Zelle neben dem Ei einen Nahrungsvorrat aus Pollen und Nektar. Hier erfolgt dann die Entwicklung zum erwachsenen Tier (Imago). Diese überwintern in der Zelle und verlassen sie erst im nächsten Frühjahr. 

Wildbienen haben für den Haus- und Kleingarten eine große Bedeutung und führen ein spannendes und interessantes Leben. Es lohnt also, sich mit diesen Insekten zu beschäftigen. Mit relativ einfachen Mitteln können wir sie in unsere Gärten anlocken und ansiedeln. Nisthilfen für Wildbienen sind einfach z. B. aus Bambusröhrchen (Ø 3 bis 8 mm, Länge 10 bis 15 cm) herzustellen. Aber auch der Handel bietet Nisthilfen an. 

 


Fachberatung Stadtverband: Kaiser Wilhelm, Seidenhemdchen und Co.
Alte Obstsorten in NRW - vom Aussterben bedroht (Oktober 2017)

Das Thema der Veranstaltung am Freitag, den 13. Oktober 2017 lautete: "Kaiser Wilhelm, Seidenhemdchen und Co.

Alte Obstsorten in NRW - vom Aussterben bedroht" 

Jeder hat schon mal von den so genannten „Alten Obstsorten“ gehört - aber was genau ist darunter zu verstehen? Oft sind nur noch die Sorten aus den Supermarkt bekannt. „Förster Sauer“, „Jakob Lebel“ oder „Gelber Bellefleur“ sind nur noch den wenigsten geläufig. Worin unterscheiden sich Sorten aus dem Supermarkt und von der Streuobstwiese und was ist das besondere an den „Alten Sorten“? 

Diesen und anderen Fragen rund ums Obst gingen wir an diesem Abend auf die Spur. Am Beispiel des Apfels erläuterte Frank Gerber vom Stadtverband Anbaumethoden, Sorteneigenschaften, Bestimmungsmerkmale und weitere interessante Aspekte. 

Neben der Theorie kam aber auch die Praxis nicht zu kurz. Verschiedene Streuobstwiesen-Sorten wurden vorgestellt und konnten verkostet werden. Dazu gab es die eine oder andere Anekdote zur Geschichte der Sorten. 

Referent: Dipl.-Ing. Frank Gerber, Stadtverband Dortmunder Gartenvereine e.V.

 


Fachberatung Stadtverband: Kräutergarten anlegen, Kräuter verarbeiten und anwenden (September 2017)

Unsere Referentin "Garten Doktor" Claudia Hengesbach hielt einen sehr informativen Vortrag über Kräuter. Dabei ging sie auf die bekanntesten Kräuter eingehend ein und erzählte alles über den Düngerbedarf, optimalen Boden, Aussaat, Pflanz- und Erntezeit, 1- und 2-jährige Kräuter, Wasserbedarf, Mehltaugefahr, Verträglichkeiten untereinander, Frostsicherheit und vieles mehr. 

Wir erfuhren sehr viel über Heilkräuter und ihre Anwendung, Rezepte für Hustensaft, Brennnesseltee und -Tinkturen, Ringelblumenprodukte, Kräuter-Chips, Kräutersuppen, leckere Kräutergetränke, Lavendelbadesalze und und und. 

Da Claudia Hengesbach den Vortrag noch bei anderen Veranstaltungen halten möchte, bat sie mich, nur in allgemeiner Form zu informieren und die Rezepte nicht zu veröffentlichen. Schade - aber sicherlich ein Grund, den Vortrag demnächst selber zu besuchen. 

Einen interessanten Beitrag vom 15. August 2017 über den Garten Doktor Claudia Hengesbach gab es in der Mediathek der Lokalzeit Dortmund, der dort jetzt leider nicht mehr verfügbar ist. Den Beitrag mit hoher Auflösung könnt ihr aber hier herunterladen

 


Fachberatung Stadtverband: Sommerschnitt an Obstgehölzen (Juli 2017)

Auf der Lehrveranstaltung informierten am 1. Juli 2017 die Mitarbeiter des Stadtverbandes Gärtnermeister H. Werner und Dipl.-Ing. Frank Gerber über die Besonderheiten des Sommerschnittes an Obstbäumen. 

Die Veranstaltung fand in den folgenden Gartenanlagen statt:

  • Brackel 1921, Westfälische Str. 245, Dortmund-Brackel
  • Zum Grünen Entenpoth, Nortkirchenstr. 20, Dortmund-Hörde
  • Im Rauhen Holz, Unten im Felde 40, Dortmund-Lütgendortmund
  • Heideblick, Stockumer Straße 133 b, Dortmund-Renninghausen

 


Fachberatung Stadtverband: Studienfahrt zur Landesgartenschau in Bad Lippspringe (Juni 2017)

Am 10. Juni 2017 fand die Studienfahrt des Stadtverbandes Dortmunder Gartenvereine zur Landesgartenschau in Bad Lippspringe statt. Die ungefähr alle 3 Jahre in Nordrhein-Westfalen stattfindende Schau steht in diesem Jahr unter dem Motto "Blumenpracht & Waldidylle" und findet in 2 Parks in Bad Lippspringe statt, die durch eine Flaniermeile miteinander verbunden sind. 

Nach knapp 1 1/2-stündiger Busfahrt erreichten wir - 50 Gartenfreunde aus Dortmunder Gartenvereinen - unser Ziel. Sehr angenehm war, dass wir direkt am Eingang des Kurparks unseren Bus verlassen konnten. Trotzdem entschlossen wir uns, zuerst den ca. 1 km entfernten Arminiuspark zu besuchen. Für Fußkranke ist zwar ein kostenloser Shuttlezug eingerichtet, wir entschieden uns aber, entlang der Fußgängerzone zu schlendern, da auch hier die ein oder andere Sehenswürdigkeit zu entdecken war - auch einer Eisdiele konnten wir so unseren Besuch abstatten.  

Am Arminiuspark angekommen besichtigten wir Blumenhallen, Baumschulgarten, Natur-, Freizeit-, Terrassen- und Obstgärten sowie eine Anlage für Grabgestaltung. Danach ging es über die mit Blumen gesäumte Fußgängerzone wieder zurück zum Hauptort der Gartenschau: der Kaiser-Karls-Park und der Kurwald. Neben gut einem Dutzend Themengärten imponierten hier vor allem  sehr schöne und lange Staudenbeete, eine herrliche Waldkulisse, die idyllischen Mersmannteiche sowie großzügige Spielplätze. 

Der 6,5-stündige Aufenthalt verging wie im Fluge. Auch diese Landesgartenschau ist für jeden Gärtner sehr sehenswert und abwechslungsreich. 

Kontaktdaten:
Landesgartenschau Bad Lippspringe 2017 GmbH
Friedrich-Wilhelm-Weber-Platz 1
33175 Bad Lippspringe
Telefon: 05252 26189
Telefax: 05251 1322733189
E-Mail:
info@lgs2017.de
Internet: https://www.lgs2017.de 

Öffnungszeiten: 12. April bis 15. Oktober 2017 - täglich von 9:00 bis 19:00 Uhr. Verweildauer bis Einbruch der Dunkelheit (max. bis 21:00 Uhr)

 


Fachberatung Stadtverband: Besuch im NABU-Garten (Mai 2017)

Nach einem regnerischen Tagesbeginn wurde es gegen Nachmittag dann doch trocken und schön. Und so stand der Exkursion der Fachberater des Stadtverbandes Dortmunder Gartenvereine nichts im Wege. Ziel war dieses Mal der NABU-Garten Dortmund. Er liegt am Rand des großen fast zwanzig Jahre alten Biotop-Bereichs der Gartenanlage Dortmund-Nord. Zu Beginn der Gartenführung gab die Fachberaterin des NABU-Gartens Brigitte Bornmann-Lemm eine kurze Einführung in die Geschichte dieses Biotop-Bereichs und erläuterte, dass die Kooperation mit dem NABU-Dortmund durch die dort vorhandenen Ringelnattern entstanden ist. Seit 2013 betreut Brigitte nun diesen Garten. Ihr Anliegen ist es, sich um die Erhaltung der Artenvielfalt von Flora und Fauna zu kümmern. Besonderes Augenmerk legt sie hierbei auf die Erhaltung der Kulturpflanzenvielfalt. Sie betonte, dass in den letzten 100 Jahren laut Weltgesundheitsorganisation WHO nahezu 75% der Nutzpflanzenvielfalt unwiederbringlich verloren gegangen sei. Jeder Schrebergärtner hat es in der Hand, etwas dagegen zu tun, indem sich jeder Gedanken darüber macht, woher er Pflanzen und Saatgut bezieht und dabei auf den Kauf von F1-Hybriden verzichtet. Hier gab es von den Gästen bereits den Wunsch, über die Erhaltung und Geschichte der Kulturpflanzenvielfalt eine eigene Fachberatung durchzuführen.

Der NABU-Garten ist in viele kleine Themenbereiche aufgeteilt. Auffallend ist, dass Gemüse, Obst und Blütenpflanzen nicht unbedingt getrennt sind, sondern durchaus auch in Mischkultur wachsen dürfen. Besonderes Augenmerk wird in diesem Garten auf die Förderung der Bodenqualität gelegt. Im Dortmunder Norden hat der Boden im Allgemeinen einen niedrigen pH-Wert und besteht aus festem Lehm. In diesem Garten wird grundsätzlich nicht umgegraben, sondern nur gegrubbert. Die Gartenbeete bleiben im Winter auch nicht offen liegen. Sie werden mit dem Laub der umliegenden Bäume und über Sommer mit dem anfallenden Rasenschnitt gemulcht, um die Bodenlebewesen zu fördern. Einzig bei den Aussaaten bleibt der Boden einige Zeit unbedeckt. Viele mehrjährige Stauden sorgen mit ihren Blättern ebenfalls für eine gute Bodenbeschattung. Gedüngt wird nur mit Gartenkompost und etwas Bioland-zertifiziertem Hornmehl. 

Zur Förderung des zu niedrigen pH-Werts läuft seit Beginn dieses Jahres ein Großversuch im Garten. Es wird nicht mehr mit Gartenkalk, der viel zu schnell ins Grundwasser versickert, sondern mit Kalkschotter gearbeitet. In zwei kleinen Staudenbeeten in der Mitte der Rasenfläche hatte dies in den letzten vier Jahren zu erfolgreicher Bodenverbesserung geführt. Daher wurden jetzt im Frühjahr die Bodenbeete mit einer Schicht Kompost und etwas Mulch zur Förderung der Bodenorganismen versorgt. Etwas Kalkschotter wurde dazwischen gestreut und mit dem Kompost in die obersten paar Zentimeter der Bodenschicht eingearbeitet. 
Einzig die wenigen Rasenflächen wurden ausgespart, da es sonst Schwierigkeiten mit dem Rasenmäher geben würde.
 

Auch die Insekten-, Vogel und Säugetiervielfalt wird in diesem Garten gefördert. So gibt es kleine Nisthilfen für Mauerbienen und die Nistlöcher der Sand-/Erdbienen in den Rasenflächen werden extra gekennzeichnet, damit sie nicht versehentlich verschüttet werden. Bei den Bienenpflanzen wird darauf geachtet, eine gute Mischung aus Kreuzblütler, Doldenblütler, Korbblütlern und Lippenblütlern anzubieten, um so die Honigbienen, Wildbienen, Hummeln, Schmetterlinge und Schwebfliegen gleichermaßen gut versorgen zu können. Die Pflanzen wachsen insbesondere in einer großen, nach Süden ausgerichteten Sonnenfalle aus Natursteinen. Hier wurde die ehemalige Rasenfläche mit 20 cm Kalkschotter zur Drainage unterlegt und dann 2/1 mit Sand abgemagert. Dort wachsen Färberkamille, Hauswurz, verschiedene Thymian-Arten, Fetthenne, Balsamkraut, Taubenskabiosen, Kornraden, Staudenlein, Rosmarin, Kartäusernelken und vieles mehr.  

Überall im Garten verteilt finden sich immer wieder kleine und große Wasserstellen. Sie dienen als Vogel- und Insektentränken, aber auch, um das umliegende Kleinklima positiv zu beeinflussen. 

Besonderes Augenmerk wird von Brigitte in diesem Garten auch auf die Nachhaltigkeit gelegt. Der anfallende Gehölzschnitt wird zum Beispiel sortiert. Gerade Zweige dienen als Stützen für Stauden oder zur Markierung der Aussaaten. Kleine Reste dienen als Wegbelag zwischen den Hochbeeten. Und der Rest kommt auf die Benjeshecke, die diesen Garten vom Rest des Biotopbereichs abtrennt. Dieser große Reiserhaufen fördert die Insektenvielfalt und bietet somit den Vögeln und Igeln Schutz und Nahrung.  

Der Gartenrundgang löste sich bald auf und überall im Garten verteilt entwickelten sich Gespräche und Diskussionen zwischen den anwesenden Gästen. Alles in allem eine gelungene Fachberatung, von der jeder Tipps und Ideen mitnehmen und umsetzen konnte. Dann springt der Gedanke zur Erhaltung der bedrohten Artenvielfalt hoffentlich über von Garten zu Garten und von Gartenanlage zu Gartenanlage. Das ist das Ziel dieses NABU-Gartens.

 Für mehr Informationen:

Kontakt:
NABU-Dortmund
Brigitte Bornmann-Lemm
Termine unter 
http://www.nabu-dortmund.de.
E-Mail: naturgarten@nabu-dortmund.de
Tel. 0157 36287972

Es gibt während der Gartensaison monatliche offene Gartentage.Gruppen- und Einzelführungen zu Wunschterminen können gern angemeldet werden.

 


Gartenalphabet von Akelei bis Zeckenbiss - humorige Reise durch das Gartenjahr (April 2017)

Der Autor, Rezitator und Kabarettist Christoph Rösner aus Hagen - selbst leidenschaftlicher Hobbygärtner - entführte uns auf seiner humorigen Reise "Gartenalphabet von Akelei bis Zeckenbiss" auf unterhaltsame Weise durch das Gartenjahr. Dabei halfen ihm berühmte Dichter, Gärtner und Lyriker wie Theodor Fontane, Heinz Erhardt, Wilhelm Busch und Eugen Roth; aber er präsentierte auch aus eigenen Werken - und dies alles zur großen Freude aller Gartenfreunde, die sich das ein oder andere mal selber wiedererkennen konnten, wenn es um die Gartensatzung oder um die verflixte Ackerwinde und die anhängliche Wühlmaus ging.  

Es waren sicherlich die kurzweiligsten 90 Minuten, die wir bisher im Verbandshaus verbringen durften.

 


Fachberatung Stadtverband: Obstbaumschnitt in 4 Gartenanlagen (März 2017)

Am 11. März 2017 zeigten die beiden Mitarbeiter des Stadtverbandes Dortmunder Gartenvereine e. V. Heribert Werner und Frank Gerber in vier Dortmunder Gartenvereinen wie Obstbäume geschnitten werden. Zu den Veranstaltungen kamen über 200 interessierte Gartenfreunde. 

Nach einführenden grundlegenden Informationen zu empfehlenswerten Werkzeugen, Pflanzzeit, Pflanzschnitt und Pflanzung stand der Obstbaumschnitt im Mittelpunkt der Fachberatung. Besonders beim Apfelbaum ist es unerlässlich, dass er regelmäßig (mindestens einmal im Jahr) geschnitten wird. Der ideale Zeitpunkt ist Februar bis März bei Frostfreiheit. Aber auch ein Sommerschnitt ist für die Reifung der Äpfel von Bedeutung. 

Danach wurde die Theorie in die Praxis umgesetzt und jeweils ein Apfelbaum fachgerecht geschnitten. Dabei wurde aber auch deutlich, dass kaum ein Baum dem anderen vom Aufbau her ähnelt. 

Während der Schnittvorführung tauchten sehr viele Fragen auf wie: Wie erkennt man Fruchtholz? Ist Flechte für den Baum schädlich? Wie sägt man dicke Äste ab? Warum sind Obstbäume im Winter weiß angestrichen? Wie vermeide ich die langen Wassertriebe? Wie groß sollte eine Baumscheibe sein? 

In vielen Gärten konnte man aber auch grundsätzliche Fehler erkennen: Viele Bäume standen mitten in der Wiese - häufig war gar keine Baumscheibe vorhanden. An vielen Bäumen konnte man kranke Stellen entdecken, weil so genannte Kleiderhaken (ca. 5 bis 10 cm lange Astenden) beim Schnitt stehengebliebenen waren und die Äste nicht nah genug am Stamm bzw. an der Knospe geschnitten worden sind. Dies sind große Einfallstore für Bakterien. Auch hingen noch etliche Fruchtmumien im Baum, die für die Baumhygiene sehr schädlich sind.

 


Fachberatung Stadtverband: Rasen (Februar 2017)

Bei der Fachberatung im Februar 2017 stand das grüne Aushängeschild und der Stolz eines jeden Gärtners im Mittelpunkt: der Rasen. Dazu hatten wir den gelernten Landwirt und Fachberater für Boden Rüdiger Steeg von der Firma Oscorna als Referenten geladen. Total überrascht waren wir über die hohe Anzahl der Teilnehmer: über 80 Gartenfreunde kamen zu diesem interessanten, fast zweistündigen Vortrag. 

Kräftig grün, dicht, belastbar und unkrautarm - so wünscht sich jeder Gärtner seinen Rasen. Dass dies nicht immer so ist, liegt an 7 Ursachen: zu viel Schatten, zu saurer Boden, Konkurrenz mit anderen Pflanzen, Bodenverdichtung, fehlende bedarfsgerechte Ernährung des Bodens (Düngermangel), fehlendes biologisches Verhältnis im Boden (Humusmangel) und - ungeduldige Gärtner! 

Im Schrebergarten sollte zu viel Schatten zumeist kein gravierendes Problem sein; schließlich sollte jeder Gärtner bereits bei der Anlage seiner Parzelle darauf achten, welche Pflanzen viel Sonne mögen und welche nicht - und Rasen mag Sonne. 

Dagegen können die anderen Ursachen für Rasenprobleme vom Gärtner positiv beeinflusst werden. Der ideale Boden für die meisten Pflanzen und auch für den Rasen ist leicht sauer bis neutral mit einem pH-Wert zwischen sechs und sieben. Ist der Boden dagegen zu sauer (niedriger ph-Wert), so kann sich das Moos gut ausbreiten. Den pH-Wert kann jeder leicht selbst ermitteln: mit einem pH-Bodentest aus dem Fachgeschäft (ca. 5 €) oder z. B. bei Scheiper Mühle oder durch eine aufwändigere Bodenanalyse bei der Landwirtschaftskammer NRW. Die Zugabe von Kalk erhöht zwar den ph-Wert des Bodens, holt dabei aber die letzten Reserven aus dem Boden und löst das eigentliche Problem nicht. 

Die Konkurrenz mit anderen Pflanzen kennt jeder Gärtner, weil die Rasenränder meistens schlechter aussehen als die mittige Fläche. Die Ursache liegt meistens in benachbarten Pflanzen (z. B. Bäumen), die sich ihre Nahrung dadurch holen, indem sie ihre Wurzelausläufer unter den Rasen schieben. Abhilfe hilft hier ein größerer Abstand zum Rasen, indem z. B. die Baumscheibe vergrößert wird. 

Zu stark verdichteter Boden vermindert bzw. verhindert die Versickerung des Regens und führt somit zu Staunässe und zu Verlust von Stickstoff im Boden. Dies führt wiederum zur Pilzbefall- und Unkrautvermehrung. Verdichteten Boden kann man z. B. daran erkennen, dass der Löwenzahl sich hier gerne niederlässt. Löwenzahn findet man selbst auf geteerten Flächen, nicht aber auf lockerem, gesundem Boden. 

Düngermangel sollte ein Gärtner nicht durch mineralischen (anorganischen) Dünger (NPK-Dünger) beheben. Mineraldünger enthalten überwiegend Salze, die keiner Pflanze und keinem Boden gut tun. Salze zerstören die mikrobielle Aktivität des Bodens! Alle Gärtner sollten ausschließlich organischen Dünger benutzen. Der beste und günstigste organische Dünger ist der selbst erzeugte Kompost ("das Gold des Gärtners").  

Humusmangel beeinträchtigt die Fruchtbarkeit des Bodens. Vor 150 Jahren betrug der Humusgehalt im Boden noch 15 %. Heute liegt der Humusgehalt meist nur noch bei 4,5 %. In einem humusarmen Boden befinden sich nur 15 Würmer pro Kubikmeter. In einem humusreichen Boden dagegen bis zu 600 Würmer. Da jeder Wurm ca. 20 g Humus pro Jahr erzeugt, erkennt man leicht, wie wichtig ein humusreicher Boden für die Fruchtbarkeit und Gesundheit des Bodens ist. 

Eine Folge von den zuvor genannten Ursachen ist die Verbreitung von Unkräutern wie Weißklee und Moos im  Rasen, da diese - im Gegensatz zum Rasen - auch mit Mangelböden zurechtkommen. Der Gärtner sollte sich jetzt nicht fragen, was er gegen die Unkräuter machen kann (z. B. durch Einsatz von Unkrautbekämpfungsmitteln), sondern was er für den Boden machen kann. Sinnvoll ist also nicht die Bekämpfung der Unkräuter, Pilze und sonstigen unerwünschten Pflanzen, da dies die eigentlichen Ursachen nicht ändert. Sinn macht nur, für einen ph-neutralen, lockeren, humosen Boden zu sorgen, auf dem organisch gedüngter Rasen wächst. 

Da ein gesunder Rasen nur auf einem gesunden Boden wächst, empfiehlt Rüdiger Steeg die regelmäßige Aufbereitung des Bodens mit Oscorna-BodenAktivator sowie die 3-malige Düngung des Rasens im Frühjahr, Sommer und Herbst mit einem natürlichen Rasendünger wie Oscorna-Rasaflor Rasendünger. Zur Düngung kann selbstverständlich auch Kompost genutzt werden. 

Herr Steeg gab dann noch Tipps zur richtigen Rasenpflege: Der erste Schnitt sollte erst dann erfolgen, wenn der Rasen wächst – das ist meist Ende März bis April der Fall. Rasen wächst nur, wenn die Tagestemperaturen über 10 Grad und die Nachttemperaturen nicht unter 5 Grad liegen. Durch regelmäßiges und häufiges Mähen wird der Rasen immer dichter. Wenn dabei maximal 2 bis 3 cm abgeschnitten werden, braucht der Rasenschnitt als Mulchschicht im Sommer nicht aufgefangen zu werden, sondern kann liegen bleiben. Die Schnitthöhe sollte auf mindestens 4 cm, im Sommer sogar auf 5 bis 6 cm eingestellt werden. Die Messer des Rasenmähers sollten immer scharf sein. Der Schliff der Messer sollte durch einen Fachmann vorgenommen werden (z. B. durch die Fa. Rathke, Hagener Straße 199, 44229 DortmundDer Rasen sollte selbst bei heißem Wetter nicht täglich, sondern nur einmal in der Woche möglichst morgens in der Frühe oder am frühen Abend (nie in der heißen Mittagssonne) ausgiebig gewässert werden (2 Kubikmeter Wasser auf 100 Quadratmeter Rasenfläche), damit die Rasenwurzeln in die Tiefe wachsen.

 Bei einer Rasenneusaat muss die Fläche einen Monat lang immer feucht gehalten werden, damit die Saat aufgehen kann. Ideal sind dauerhafte Bodentemperaturen von mindestens 10 Grad; zu hohe Temperaturen in den Sommermonaten sind dagegen ungeeignet. Daher sind die Monate April/Mai oder der Herbst der beste Zeitpunkt für die Aussaat.

Eine Regenerierung von schadhaftem Rasen erfolgt am besten an einem einzigen Tag im April oder September. Dabei wird der Rasen zunächst sehr kurz gemäht (ca. 3 cm Schnitthöhe) und anschließend längs, quer und diagonal vertikutiert. Danach werden der BodenAktivator (20 kg pro 100 m²), der Rasendünger (10 kg pro 100 m²) und eine Nachsaat in guter Qualität auf die gesamte Fläche (nicht nur an den kahlen Stellen) aufgebracht. Auch die Nachsaat muss einen Monat lang immer feucht gehalten werden. Während dieser Zeit sollte der Rasen mit der größten Schnitthöhe und ohne Fangkorb gemäht werden. 

 


Fachberatung Stadtverband: Liköre aus Obst und Gartenkräutern (Januar 2017)

Wegen Erkrankung des Referenten Gartenfreund Helmut Köhn vom Gartenverein Oberdorstfeld konnte die Fachberatung im Januar nicht wie geplant stattfinden. Glücklicherweise sprang kurzfristig "Garten Doktor" Claudia Hengesbach ein, die mit ihren Erfahrungen über Heilpflanzen (am Beispiel der Ringelblume) und Heilkräutern (am Beispiel der Brennnessel), die im Garten und am Wegesrand blühen, informieren und unterhalten konnte.  

Brennnesseln kann man nicht nur zur Blattlausbekämpfung einsetzen, sondern man kann das klassische Unkraut auch als Gesundheitstee oder Tinktur benutzen. Zu guter Letzt kann man die häufig unerwünschte Brennnessel quasi zur Unkrautbekämpfung einfach aufessen - sie kann (ähnlich wie Spinat) als Gemüse oder Salat bereitet werden. Die Brennnesselblätter können aber auch in grüne Smoothies gegeben werden. 

Ringelblumen können nicht nur als Heilpflanze verwendet werden, um aus ihnen gesundheitsfördernde Öle und Salben zu erzeugen, sondern sie vermindern auch im Garten die Anzahl der Nematoden (Fadenwürmer) erheblich.