Tipps und Tricks
von Gärtnern für Gärtner

Jeder Gärtner, nicht nur der Anfänger, freut sich über Tipps und Anregungen die er
von Gartenfreunden erhält.

Darum liebe Gärtner wenn ihr noch irgendwelche Geheimnisse vom Großvater in der Schublade habt die
interessant sind, einfach an uns schreiben.
oder per e-Mail:    info@gartenvereine-dortmund.de
oder unter "Die Bewirtschaftung" einfach Ihren Tipp absenden,
oder eine Postkarte an:  

                                                    Stadtverband Dortmunder Gartenvereine e.V.
                                                    Akazienstr. 11
                                                    44143 Dortmund

                                           

Tipp aus "Familienheim und Garten"
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So mancher Gartenfreund hat schon vor der Überlegung gestanden;
Überwinterung der kälteempfindlichen Pflanzen in der Gartenlaube.
Ja oder Nein. Mit Frostwächtern oder ähnlichen Geräten ist das eine
Kostenfrage. Hier eine kostengünstige Alternative, die Aussagen
zufolge bei Minusgraden eine Raumerwärmung auf ca. + 10° C
bringen soll. Man nehme eine ca. 10 l fassende, runde Keksdose
mit Deckel und streiche sie von innen und außen mit mattschwarzer
Farbe, Dann bestücke man sie mit einer 200 W Glühlampe. Diese
Glühlampe wandelt nur etwa 5% ihres Stromverbrauchs in Licht um,
die restlichen 95 % werden in Wärme umgewandelt (keine Sparlampe)
Speisekabel nach unten führen  und verschließe dann die Dose mit
dem Deckel. Mit einer Zeitschaltuhr, oder mit einem Temperaturregler
kann man die Ein- und Ausschaltzeit regeln. Das Ganze, wie eine
Lampe von der Decke abgehängen, sorgt für eine relativ kosten-
günstige Temperaturregulierung in kalten Winternächten. Durch eine
Bohrung im Boden des Eimers kann man die Funktion überwachen.

Frostschutz im Gewächshaus
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Zur Überwinterung von Kübelpflanzen im Gewächshaus ist ein Schutz mit Kokosfasermatten sinnvoll.
Mit einem Blumentopf und einer Grabkerze kann man bei strengem Frost, bedingt für eine frostfreie Zone im Gewächshaus sorgen. Eine Grabkerze mit langer Brenndauer wird aufgestellt und angezündet. Wichtig ist eine rußfreie Verbrennung. Der ausreichend große Blumentopf aus Ton steht auf Holzklötzchen und überdeckt die Brennstelle wie in der Abb. zu sehen ist.
Durch die Holzklötzchen erreicht man eine Luftzirkulation. Unten wird die Luft angesaugt und oben durch das Loch kann diese Luft wieder entweichen und gewährleistet, dass die Kerze nicht ausgeht. Der Tontopf nimmt dabei Wärme auf und gibt diese an die Raumluft ab. Ebenso hilfreich   bei  Aussaat (Folienbeet) im Frühjahr, wenn noch mit Nachtfrösten zu rechnen ist. (MK)

 


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Die Geschichte der Quitte ist maßgeblich vom veränderten Bedarf für den Menschen geprägt. Früher wurde in Privathaushalten Quittenkonfekt selbst hergestellt.
So wurden Quittenbrot, Quittenkäse, Quittenspeck (auch Quittenpaste genannt) nach dem Zweiten Weltkrieg rapide von Schokolade und anderen Süßigkeiten verdrängt.
In den Fünfzigern wurden erste Rangenteile (Anbauflächen) mit Quitten gerodet oder schlichtweg der Verwilderung preisgegeben.

Einige Grundstücke erhielten weiterhin von Schnapsbrennern ihre Hege, bis die Nachfrage nach Williams Christ Birnenbrand weitere Quittenflächen schrumpfen ließ. Dass in Astheim, bei Volkach im Gebiet der Mainschleife, noch alte Quittenbestände verwurzelt blieben, ist der Tatsache zuzuschreiben, dass wegen ihrer landwirtschaftlichen Zukunftslosigkeit in den Sechzigern, von einer radikalen Flurbereinigung Abstand genommen wurde.
In unserer Region finden wir vereinzelt Quittenbäume, so auch in Gartenvereinen. Ungünstig sind ein schattiger Standort und ein zu dichter Bewuchs. Kalkreiche Böden oder Staunässe sind ebenfalls ungünstig. Ein sonniger und luftiger Standort mit durchlässigen Böden sind demnach gute Voraussetzungen.
Im vergangenen Herbst fand ich gleich in zwei Zeitschriften Berichte über die Anfälligkeit von Krankheiten an Quitten und Birnen. Im schlimmsten Fall handelte es sich um Feuerbrand und das Aus, da der Feuerbrand meldepflichtig ist. Diesen schließen wir erst einmal aus.


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Wir stellen unserem Fachberater, Gartenmeister Heribert Werner, Mitarbeiter im Stadtverband einige Fragen und hoffen auf nützliche Tipps und Rat.
Mit einigen Abb. können wir die Schäden verdeutlichen und beginnen mit dem oberen Bild.
Was können wir hier für Gegenmaßnahmen ergreifen und was gilt es zu berücksichtigen?
Hier handelt es sich um die bakterielle Erkrankung Monilia. Monilia fructigena tritt häufig an Äpfeln, Pflaumen, Kirschen und auch
Quitten auf.
Befallene Stellen färben sich braun und sind von konzentrischen fahlgrau-gelben Ringen, den Konidienlagern, überzogen. Sortenabhängig werden auch Zweige befallen. Hier dringen die Pilze über die Blüten in die Pflanze ein und blockieren die Leitungsbahnen - der Ast verdorrt. Was den Befall der Früchte betrifft, sind
besonders zartschalige und weichfleischige Früchte anfällig. Befallene Früchte trocknen ein, verhärten sich und verfärben sich schwarzbraun. Wurden die Früchte spät befallen, tritt bei der Lagerung eine Schwarzfärbung der Schale ein, allerdings werden
hier keine Konidienlager mehr gebildet.
Der Lebenszyklus: Wenn eine solche Fruchtmumie auf den Boden fällt, überwintert das Mycel saprophytisch in und auf ihr und bildet nach zwei Jahren Fruchtstände,
Dabei kommt es zur Bildung von Meiosporen. Sie werden aktiv ausgeschleudert und vom Wind verbreitet.
Landen sie auf einem Apfel oder auf einer Quitte, dringen sie über Wunden ein. Die Frucht verfault von der Infektionsstelle aus.
Auf dem mittlerweile braun verfärbten (weil verfaulten) Untergrund bilden sich konzentrische weißlich gelbe Ringe, bei denen es sich um Konidienträger in Massen handelt. Die Fäule überzieht bald die ganze Frucht und die Konidienlager verteilen sich bald flächig auf dem Opfer. Die ungeschlechtlich gebildeten Konidiosporen werden von Wind und Regen weiterverbreitet und infizieren weitere Früchte.

Die befallenen Äpfel verfaulen und schrumpfen dann zu den so gut bekannten Fruchtmumien zusammen. Diese können dann entweder zu Boden fallen und nach zwei Jahren für Meiosporen sorgen, oder aber am Baum verbleiben und mit Konidiosporen die Weiterverbreitung im folgenden Frühjahr und Sommer sichern.
Zum Einen muss eine Verletzung der Früchte weitestgehend vermieden werden, was man durch die Bekämpfung von Wespen, Apfelschorf und Apfelwicklern und sorgsamer Behandlung während der Ernte erreichen kann. Fungizide sind nur begrenzt wirksam und empfehlenswert.
Zum Andern - und gänzlich umweltfreundlich - kann man durch die Entfernung der Fruchtmumien vom Boden (so man sie denn noch aufklauben kann) und vom Baum durchschlagende Erfolge erzielen.
Der Erreger verbreitet sich am besten bei feucht kalter Witterung, deshalb sollte man den Baum auslichten und befallene Triebe bis
20 cm ins gesunde Holz abschneiden, so wird ein zügiges Abtrocknen gefördert, was die Ausbreitung des Mycels erschwert.
Bei den folgenden Bildern sehen wir die zunehmend dunkelbraunen bis schwarzen Flecken auf den Früchten und Blättern.

 

 

 

 

Besteht bei diesen sichtbaren Schäden ein direkter Zusammenhang mit der Monilia? Auf was müssen wir dabei achten und welche Maßnahmen können wir in diesen Fällen ergreifen?

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Blattbräune bei Quitten: Bei der Krankheit handelt es sich um Blattbräune, Diplocarpon maculatum.
Erreger:
Die häufig auftretenden Flecken an den Blättern von Quitte und Weißdorn, sowie an den Quitten-Früchten werden meist durch den Pilz Diplocarpon maculatum verursacht. Dieser infiziert im Frühjahr die jungen Blätter und Triebe und führt zum vorzeitigen Abwerfen der Blätter im Sommer. Weitere Wirtspflanzen sind der Rotdorn und Mispeln, sowie selten auch Birnen, Äpfel und der Feuerdorn. Der Pilz überwintert am
Falllaub sowie an den infizierten Trieben und bildet dort Sporen, die im Frühjahr wiederum auf dem jungen Laub auskeimen.


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Schon bald nach dem Austrieb erscheinen auf den Blättern feine rötliche Flecken, die sich mit der Zeit vergrößern und dabei verbräunen. Im Zentrum der Flecken entstehen kleine, schwarze Sporenlager mit Sporen, die für die weitere Ausbreitung sorgen. Im Laufe des Sommers laufen die größer werdenden Blattflecken häufig zusammen, so dass die Blätter ganz verbräunen und häufig abfallen. Befallene Pflanzen sind oft schon von weitem zu erkennen, da sie von unten her aufkahlen.
Vorbeugung und Bekämpfung:
Um das Infektionspotential zu verringern, sollte befallenes Laub möglichst entfernt werden. Da auch junge Triebe von dem Pilz infiziert werden, ist auch der Rückschnitt befallener Zweige notwendig. Auch befallene Quitten-Früchte sollten mitgepflückt werden. In dichten Baumkronen siedelt sich der Pilz leichter an, da hier die Blätter nach Niederschlägen sehr lange feucht bleiben,
sodass die Infektionsgefahr steigt. Deshalb bei sehr dichten Baumkronen einige Äste herausschneiden. Bei starkem Vorjahresbefall erscheint - sofern es die Baumgröße zulässt - eine Behandlung mit Fungiziden im Mai sinnvoll. Beim Weißdorn können zur Bekämpfung u.a. die Mittel Fungisan oder Polyram WG eingesetzt werden. Bei der Quitte kann das gegen den zeitgleich auftretenden Schorfpilz am Kernobst zugelassene Produkt Pilzfrei Ectivo eingesetzt werden.

Feuerbrand:
Der Feuerbrand, eine durch das Bakterium Erwinia amylovora verursachte Gehölzerkrankung, stellt eine ernst zu nehmende
Gefahr für das Kernobst und anfällige Ziergehölzarten dar. Betroffen davon sind sowohl der Erwerbsobstbau, der landschaftsprägende Streuobstbau, aber auch Baumschulen, Hausgärten und das öffentliche Grün. Die Erfahrungen aus älteren Befallsgebieten Europas zeigen, dass sich der Erreger dauerhaft etabliert, wenn die entsprechenden klimatischen Voraussetzungen und eine ausreichende Anzahl von Wirtspflanzen vorhanden sind. Beides ist
in Bayern der Fall. Die Feuerbrandausbreitung in Bayern zeigt auch, dass es auf Dauer unmöglich ist, Schadorganismen fernzuhalten,
die hier günstige Lebens- und Vermehrungsbedingungen vorfinden. Das Ziel muss es deshalb sein, den Obstbau trotz Feuerbrand-Infektionsdruck zu erhalten und auszubauen.

Dieser Bericht erschien in gekürzter Fassung im „Dortmunder Gartenfreund" - Ausgabe 50 / Mai 2010. Mit diesem ungekürzten Bericht geben wir allen Vereinen und Mitgliedern umfassend
Auskunft über die Entstehung und Behandlung der Krankheit. (MK)

Stadtverband Dortmunder Gartenvereine e.V.
Akazienstraße 11
44143 Dortmund



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